„Es ist Feuer im Theater. Der Clown warnt – und das Publikum applaudiert.“*
*) Ganz unten mehr über Søren Kierkegaard
So beschrieb Søren Kierkegaard eine Gesellschaft, in der der Ernst der Lage von immer mehr Individuen nicht mehr wahrgenommen wird, weil er wie eine Inszenierung erscheint. In genau diesem Zustand befindet sich heute der Verbraucherschutz in Deutschland – und wir schlagen Alarm.
Verbraucher sehen sich gegenüber Konzernen, Behörden, Krankenhäusern oder Versicherungen regelmäßig in einer strukturellen Unterlegenheit. Verfahren sind langwierig, teuer und komplex, während die Beweislast vielfach beim Einzelnen liegt. Der Staat vermittelt dennoch den Eindruck eines umfassenden Verbraucherschutzes. In der praktischen Durchsetzung erweist sich dieser Schutz jedoch häufig als unzureichend – der Ernst der Situation wird nicht wahrgenommen, wie das Publikum, das auf die Warnung des Clowns mit Applaus reagiert.
Verbraucher, die sich gegen mangelhafte Leistungen oder Rechtsverstöße zur Wehr setzen und diese geltend machen, sehen sich daher nicht selten mittelbaren oder verdeckten Nachteilen im weiteren Vertrags- oder Verwaltungsverhältnis ausgesetzt. Diese Retaliationen erfolgen regelmäßig in subtiler, rechtlich schwer fassbarer Weise und wirken faktisch abschreckend auf die Durchsetzung individueller Rechte.
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Zwar gibt es kollektive Schutzmechanismen, doch sie ersetzen keinen individuellen Rechtsschutz. Sammelklagen, Verbände und Ombudsstellen schaffen statistische Korrekturen, aber sie helfen dem konkreten Bürger oft nicht weiter. Wer persönlich betroffen ist, bleibt allein.Die aller meisten Bürger erleben sich daher als machtlos gegenüber Konzernen, Behörden, Krankenhäusern oder Versicherungen, insbesondere dann, wenn diese eigene Verstöße nicht einsehen oder bewusst ignorieren. Der Staat vermittelt den Eindruck, Verbraucher seien gut geschützt. In Wahrheit weiß er selbst, dass dieser Schutz überwiegend symbolischer Natur ist.
Politik und Wirtschaft haben unter dem Vorwand demokratischer Legitimation eine eigene Souveränität geschaffen, die es ihnen erlaubt, strukturelle Machtasymmetrien zu verfestigen. Der Einzelne geht unter, sobald er versucht, sich gegen Unfähigkeit oder Unwillen von Unternehmen – privatwirtschaftlich wie öffentlich – zur Wehr zu setzen. Zwar wird Zivilcourage vom Staat eingefordert, doch in der Praxis erfährt derjenige, der diese zeigt, häufig subtilen Widerstand und institutionelle Blockaden.

Doch es ist nicht allein Aufgabe von Politik oder Wirtschaft, den Zustand der Gesellschaft zu erklären oder zu korrigieren. Jeder Bürger trägt Verantwortung für das, was die Gesellschaft geworden ist. Wer passiv bleibt, der erlaubt, dass Missstände bestehen, dass Rechtsverletzungen ungestraft bleiben und dass die Machtstrukturen ungehindert wirken. Wer nicht handelt, darf sich nicht beklagen. Der Applaus für den Clown ist das Ergebnis der eigenen Untätigkeit.
„Worauf es ankommt, ist nicht die Masse von Erkenntnissen,
sondern das innere Handeln des Menschen.„— Søren Kierkegaard, Feriennotizen aus dem Tagebuch des Theologiestudenten (1835, Pap I A 75)
Das Projekt „Deutschland21Jh“ setzt genau hier an: Es will einen praxisnahen, gerechten Mechanismus schaffen, der den einzelnen Verbraucher stärkt, die Beweislast ausgleicht und effektiven, zugänglichen Rechtsschutz gewährleistet. Nur so wird der Ernst wieder ernst genommen – und die Warnung des Clowns nicht länger nur beklatscht.
Der Ernst wird beklatscht – und dadurch unschädlich gemacht. Ist das, was Sie wollen für sich, Ihre Kinder, Enkelkinder und anderen Mitmenschen?
Unser Ansatz
Wir wollen diesen Zustand verändern. Nicht durch weitere Appelle, sondern durch eine praxisnahe, gerechte Lösung für jeden Einzelnen. Die bestehenden Verbraucherschutzinstitutionen sind primär auf kollektive Interessen ausgelegt; der einzelne Bürger bleibt eine Randfigur in unserer Volkssouveränität, die längst keine mehr ist.
Das Projekt „Deutschland21Jh“ setzt sich daher das Ziel, einen neuartigen Rechtsschutzmechanismus zu etablieren, der es jedem Verbraucher ermöglicht, eigenständig, niedrigschwellig und ohne finanzielle Hürden gegen Rechtsverstöße vorzugehen.
Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf für die Verbraucherschutzregelung kann unter folgendem Link eingesehen werden: Verbraucherschutzgesetz – Ein Entwurf. Diese Gesetzesformulierung bildet die Grundlage für einen Schutzmechanismus, der Verbraucher wirksam, individuell und kostenfrei schützt – ohne dass sie langwierige, kostspielige oder belastende Gerichtsverfahren durchlaufen müssen. Dieser Mechanismus ist das zentrale Element unseren Projekts. Kern dieses Ansatzes ist die Umkehr der Beweislast, um das strukturelle Machtgefälle auszugleichen und eine zügige, faire Entscheidung zu ermöglichen. Nicht der Bürger soll beweisen müssen, dass er geschädigt wurde, sondern die Institution, dass sie rechtmäßig gehandelt hat.
So wird der Ernst wieder ernst genommen –
und die Warnung nicht länger nur beklatscht.
Individuelle Souveränität gerecht gestalten
Mit der Einführung dieses Systems soll jeder Bürger die Möglichkeit erhalten, seine Rechte aktiv wahrzunehmen. Ziel ist es, die individuelle Souveränität im Verbraucherschutz zu stärken und eine Kultur des respektvollen und gerechten Miteinanders zwischen Bürgern und juristischen Personen zu schaffen – damit Verantwortung und Handlungsmacht nicht länger nur theoretische Konzepte bleiben, sondern praktisch wirksam werden
Søren Kierkegaard (1813–1855)
Er war ein dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, der als Begründer der Existenzphilosophie gilt. Er beschäftigte sich vor allem mit individueller Freiheit, Verantwortung, Glauben und dem Sinn des Lebens und kritisierte die oberflächliche, gesellschaftliche Moral seiner Zeit. Deshalb veröffentlichte er seine Werke unter Pseudonymen.
Seine Werke, oft unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht, untersuchten das individuelle menschliche Dasein und die Notwendigkeit, authentische Entscheidungen zu treffen. Er betonte die Bedeutung von Leidenschaft und Engagement gegenüber reiner Rationalität und war ein scharfer Kritiker sowohl der dänischen Staatskirche als auch der zeitgenössischen Hegelianischen Philosophie.
„Es ist Feuer im Theater. Ein Clown tritt auf die Bühne, um das Publikum zu warnen; man hält es für einen Scherz und applaudiert. Der Clown wiederholt die Warnung, und man applaudiert noch stärker. So, denke ich, wird die Welt zugrunde gehen: unter dem Beifall von Zuschauern, die glauben, es sei alles nur ein Spaß.“
— Søren Kierkegaard, Entweder – Oder
